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Geschichte der Krapfen
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Je nach Region, werden die runden süßen Teigkugeln auch Berliner, Berliner Pfannkuchen, Kreppel oder Krapfen
genannt. Das in siedendem Öl ausgebackene Gebäck wird vorwiegend in der Faschingszeit verzehrt. Im Originalrezept werden
die Krapfen mit Aprikosenmarmelade gefüllt und mit Puderzucker besiebt. Mittlerweile haben jedoch auch Füllungen
mit anderen Marmeladen, Creme, Pudding, Sahne und Schokolade und äußeren Dekorationen wie Zucker, Glasuren, Schokolade
oder Nussbelag in den Backstuben Einzug gehalten und sind in manchen Bäckereien ganzjährig im Angebot.
Es gibt Legenden und geschichtliche Überlieferungen über ausgebackenes Gebäck:
Bekannt ist, dass die alten Ägypter bereits in Fett schwimmendes Gebäck herstellten.
Auch die Römer kannten vor ca. 2000 Jahren schon ein ähnliches Gebäck. Sie nannten die kleinen Bällchen
"Globuli", wie von "Cato der Ältere" überliefert wurde.
Wer möchte, kann sich einmal an diesem antiken Rezept versuchen:
200 g Weizen- oder Dinkelgrieß
300 g Sahnequark oder Mascarpone
Olivenöl zum Ausbacken
flüssiger Honig zum Begießen
Mohn zum Bestreuen
Grieß mit Quark oder Mascarpone verkneten, zugedeckt einige Stunden stehen lassen.
Teig nochmals durchkneten.
Mit nassen Händen walnussgroße Bällchen formen und in heißem Olivenöl unter mehrmaligem Wenden
goldbraun backen.
Bällchen mit flüssigem (evtl. erwärmtem) Honig begießen und mit Mohn bestreuen.
Um 1200 erschien auf klösterlichen Speisezetteln ein Siedegebäck "Craphun". Die Kirche empfahl, dieses gehaltvolle
Siedegebäck kurz vor Beginn der Fastenzeit als Stärkung zu essen, damit die Menschen noch genug Fett zu
sich nahmen, um die 40-tägige Fastenzeit gut zu überstehen.
Ein Berliner Bäcker soll um 1750 die Hefeteigkugeln erfunden haben. Er wollte gerne unter Friedrich dem Großen Kanonier werden, war aber
für den Kriegsdienst untauglich. So wurde er Feldbäcker und erschuf seine eigenen "Kanonenkugeln".
Eine andere Legende schreibt die Erfindung der ausgebackenen Hefeballen der Wiener Bäckerin Cäcilie "Cilli" Krapf zu.
In Wien wird das Gebäck deshalb auch Cilli-Kugeln genannt und wurde in der Faschingszeit ursprünglich mit gekochtem
Obst gefüllt. Im Kongressjahr 1815 sollen in Wien bei Bällen und Empfängen mehr als 10 Millionen ! Stück
verzehrt worden sein.
Wer also wirklich die Krapfen erfunden hat, ist weiterhin unklar. Sicher ist nur, dass die leckeren gefüllten Teigkugeln
zur närrischen Zeit gehören wie Faschingsumzüge, Faschingsbälle, Faschingskostüme, Luftschlangen
und Pappnasen.
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